Captain Christian

So,

am Samstag war es so weit. Ich sollte meine erste Hubschrauber-Flugstunde haben. Wie kam es dazu?

Die Geschichte beginnt mit dem Sommer-Winter-Urlaub meiner Eltern. Zu Weihnachten habe ich einen Gutschein für einen Rundflug über den Fox-Gletscher und Franz-Josef-Gletscher geschenkt bekommen. Leider war das Wetter sehr sehr schlecht als wir bei den Gletschern war und so konnte ich nicht fliegen.

Also haben wir uns darauf geeinigt, dass wir den Gutschein in eine Stunde Hubschrauberfliegen umwandeln. Ich hatte vorher schon mal im Internet gelesen, dass dies hier in Neuseeland recht einfach und kostengünstig zu machen sei.

Wie aus dem Urlaub zurück habe ich dann einen großen Flughafen südlich von Auckland besucht und mir die drei Ortsansässigen Flugschulen angeschaut. Meine Wahl viel auf „Eagle Flight Training Limited“. Hier begrüßte mich Cheffluglehrer Mike sehr herzlich und gab mir seine Karte.

Jetzt musste ich nur noch auf ein Wochenende mit gutem Wetter warten, da Melanie auch mit kommen sollte, zum Foto machen. Sie wäre zwar gerne mit geflogen, der Schulhubschrauber (Robinson R22) ist aber nur ein Zweisitzer.

Nun ja, dieser Samstag war es dann soweit, 10:30Uhr standen wir vor „meinem Hubschrauber“ und Mike machte mit mir die Vorflugkontrolle. Schon sehr interessant, deutlich mehr Mechanik an so einer kleinen Kiste und irgend wie merkt man das diese Geräte gebaut worden sind, um einfach mal auf nem Feld, einem Berg oder am Strand zu landen.

Viel neues zu sehen

Nach den Checks erklärte Mike mir die Funktionen der einzelnen Steuerorgane. Diese sind teils Ähnlich teils komplett anders als im Flugzeug.

Anders als im Flugzeug sitzt der Pilot im Hubschrauber rechts. Mit der linken Hand kontrolliert man über einen Hebel die kollektive Blattverstellung (engl. Pitch) und damit den Auftrieb. Sprich rauf und runter. Diesen Griff kann man auch drehen, darüber steuert man die Drehzahl des Motors. Diese wird erhöht wenn man steigen will. Damit man das nicht auch noch machen muss, gibt es hier für eine Automatik. Aber Langeweile kommt nicht auf, es gibt ja noch mehr! Mit der rechten Hand kontrolliert man über den Steuerknüppel die zyklische Blattverstellung. Mit anderen Worten vor-, rück-, und seitwärts.

Am Boden finden sich zwei Fußpedale, mit denen der Heckrotor und damit die Bewegung um die Gierachse gesteuert wird, also die Rechts-Links-Drehung.

Man sieht schon alles ganz schön viel und komplex. Dazu kommt noch das die Ruder nicht koordiniert werden. Also genau anders als beim Flugzeug. Im Flugzeug macht Hand und Fuss ja meist gleichsinnige Bewegungen, beim Hubschrauber kann das sein, es kann aber auch sein das linke Hand, rechte Hand und die Füße etwas ganz anderes machen müssen.

Und genau da liegt das Problem, bzw. das schwierige beim Hubschrauber. Mike, mein Fluglehrer beschrieb es so: „Stell dir vor du sitzt auf einem Einrad, nun hast du in der rechten Hand einen Ball, auf diesem Ball balancierst du einen anderen Ball, gleichzeitig spielst du mit der linken Hand ein Jojo!“ Hört sich schwer an, ich kann euch sagen ist es auch.

Schweben ist sehr schwer

Das ganze heißt dann Schweben oder Hoffern. Sprich mit dem Heli 1 Meter über dem Boden auf der Stelle stehen bleiben. Mike zeigte mir so nach und nach die Funktion und die Auswirkung der einzelnen Ruder und übergab sie mehr und mehr in meine Hand. Zu meinem Stolz muss ich sagen, dass er sehr beeindruckt war und sagte das er noch nie jemanden hatte der das so schnell raus hatte. Ich hätte großes Talent!“ Ja so was baut auf und mach Lust auf mehr.

Vom Flugplatz sind wir dann noch zwei Runden zu einem nahe gelegenen Wasserwerk geflogen. Gut war der Spruch von Mike als er am Boden was gesehen hatte was er sich anschauen wollte: „Halt mal kurz an!“.

Ich habe erst doof geguckt, aber klar, geht ja.

seitlich Einparken

Beim zweiten Flug sind wir noch mal tief am Flugplatzcafe vorbei geflogen um dann kurz vor den Bäumen hochzuziehen. Sehr lustig das ganze. Überhaupt ist man tiefer unterwegs und näher dran und irgend wie bekommt man Lust einfach mal auf irgendeiner Wiese zu landen, Eis zu essen und weiter geht’s. :-)

Zum Abschluss muss ich sagen, es hat mir mega viel Spaß gemacht, super anstrengend, Flugzeug fliegen ist echt ein Witz dagegen und ich muss das noch mal machen. Ich habe im Internet mal gesehen was Hubschrauber fliegen in Deutschland kostet. Und in Neuseeland kostet es nur halb so viel, sprich ich werde das hier noch mal machen ;-)

Gruß,

Captain Christian

PS: Leit mir jemand 10.000Euro für den Schein??? Ich habe Talent, hat er gesagt…

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